Nahezu hundert Gäste waren zur Eröffnung gekommen und das komplette SAMOCCA-Team war am Start, als Stefan Storz, Geschäftsführer der Volkswohnung den Schlüssel an Lebenshilfevorstand Michael Auen übergab.
Damit endete eine jahrelange Planungsphase, in der die Volkswohnung die ehemaligen Sportplätze des Areals in Bauplätze für dringend benötigten Wohnraum umwandelte. Anfang dieses Jahres fanden hier 900 Menschen ein neues Zuhause. Als letzte Baumaßnahme wurde das ehemalige denkmalgeschützte Vereinsheim in ein modernes Kaffeehaus verwandelt.
Die Hagsfelder Werkstätten und Wohngemeinschaften Karlsruhe gGmbH (HWK) betreiben hier nun ein Kaffeehaus nach dem Franchisekonzept SAMOCCA der Ostalbwerkstätten. Die Idee des Konzepts ist, einen Wohlfühlort für Menschen jedes Alters und jeder Herkunft zu schaffen und Menschen mit und ohne Behinderung vielfältige und attraktive Arbeitsplätze anzubieten. Gestaltung und Atmosphäre orientieren sich an der Wiener Kaffeehauskultur. Auf der Karte stehen vielfältige Kaffeespezialitäten, selbstgemachte Limos, feiner Kuchen und hochwertige kleine Speisen. Gäste können hier außerdem eine reiche Auswahl an sortenreinen Spezialitätenkaffees sowie fein abgestimmten Gourmetmischungen der Kaffeerösterei SAMOCCA erwerben.
Der Gastraum mit seinen hohen Decken und alten Fenstern zu zwei Seiten bietet 40 Sitzplätze. Auf der Terrasse finden bis zu 60 Menschen Platz unter zwei Schatten spendenden Kastanienbäumen.
18 Menschen mit Behinderung werden hier unter der Anleitung der Kaffeehausleiterin Ioanna Katzikidou und drei weiteren Fachkräften in einem neuen Arbeitsfeld tätig sein, das ihnen angesichts des Personalmangels in der Gastronomie gute berufliche Perspektiven bietet. Damit schließt sich eine Lücke in dem Angebot der beruflichen Bildung im Gastrobereich der HWK mit seinem IHK-zertifizierten Lehrgang für Assistent*innen im Gastgewerbe, den Praktikumsmöglichkeiten in der Gemeinschaftsverpflegung der HWK und der von der HWK betriebenen KarlsKantine der Stadt Karlsruhe.
Mit dem SAMOCCA Augustine will die Lebenshilfe aber auch einen Ort für Kultur, Austausch und Diskussion schaffen. Michael Auen erinnerte in seiner Begrüßung an die Tradition der Wiener Kaffeehauskultur: „Nutzen wir die ‚SAMOCCA-Augustine‘ ab heute so, wie Literat*innen, Musiker*innen und Denker*innen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert die Wiener Kaffeehäuser genutzt haben: Als Informationsdrehscheibe und Keimzelle des Wandels. Als Ort der Gemeinschaft und Gemütlichkeit. Als Ort von Genuss und Gastfreundschaft. Hier in Daxlanden aber ebenso als einen Ort der Nachbarschaft und Freundschaft. Lassen Sie uns hier bei einer Tasse Kaffee nicht nur das Leben genießen, sondern auch Pläne schmieden. Lassen Sie uns hier politisch debattieren, Netzwerke knüpfen und laut werden!“
Die gesamte Rede des Lebenshilfevorstands Michael Auen finden Sie hier.
Das SAMOCCA Augustine hat mittwochs bis montags von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Dienstag ist Ruhetag.
Weitere Informationen gibt es auf Samocca Augustine – Kaffeerösterei, Cafe, Deli