Wer verstehen wollte, warum es die Lebenshilfe gibt und wofür sie seit 65 Jahren steht, ging am besten ins Gespräch mit Ilsebill Springsklee. 1968 brachte sie ihre Tochter mit Down Syndrom auf die Welt, zu einer Zeit, in der ein Kind mit Behinderung in der Gesellschaft nicht willkommen war. Bereits zwei Jahre später wurde sie Mitglied bei der Karlsruher Lebenshilfe, „damit es allen Kindern mit Behinderungeinmal besser geht“.
Und so engagierte sie sich über 20 Jahre lang im Vorstand der Karlsruher Lebenshilfe und im Landesbeirat „Eltern und Familienfragen“. Lange vor Inkraftreten der UN-Behindertenrechtskonvention stritt die Lehrerin Ilsebill Springsklee mit großer Beharrlichkeit für das Recht auf Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung und überzeugte mit ihrem Humor, ihrem scharfen Verstand und ihrer feinen und klugen Art, sich auszudrücken.
Es gab kaum eine Lebenshilfe-Veranstaltung, an der Ilsebill Springsklee fehlte. Die aktive Teilnahme an der Mitgliederversammlung war bis für sie bis ins hohe Alter selbstverständlich, ihre Meinung oder ihr Rat waren stets gefragt.
In einer Rückschau im vergangenen Herbst sagte sie: „Die Lebenshilfe hat geschafft, wofür ich immer gekämpft habe, dass Menschen mit Behinderung ein würdiges und selbstbestimmtes Leben leben können.“ Dazu hat Ilsebill Springsklee entscheidend beigetragen.-
Wir werden sie sehr vermissen. Und wir werden sie als eine überzeugte und überzeugende Kämpferin für Menschenrechte, eine inspirierende Gesprächspartnerin, vor allem aber als wunderbaren und feinen Menschen in Erinnerung behalten.
Wer sich von Ilsebill Springsklee persönlich verabschieden möchte:
Die Trauerfeier ohne Beisetzung ist am Mittwoch, 11. Februar um 14:30 Uhr in der Aussegnungshalle des Friedhofs in Karlsruhe Rüppurr.