Die Mitgliederversammlung des Vereins Gedenkstätte Grafeneck hat Michael Auen erneut in den Beirat gewählt. Der Beirat berät den Vorstand der Gedenkstätte und wird für zwei Jahre gewählt.
Die Gedenkstätte Grafeneck in Gomadingen ist ein Erinnerungs- und Mahnort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen. Im Jahr 1940 wurden hier im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“ insgesamt 10.654 Menschen mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen systematisch ermordet. Es war die erste von sechs zentralen Vernichtungsanstalten im Deutschen Reich, in der die Nazis über 70.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ermordeten.
Die Gedenkstätte Grafeneck bietet Führungen (auch in leichter Spürache), Studien- und Projekttage für Schulklassen, Studierende, Pflegekräfte und weiteren Gruppen an, hält Vorträge, betreibt eine Ausstellung im Dokumentationszentrum zur Geschichte der „Aktion T4“, den Tätern, den bürokratischen Abläufen und den Einzelschicksalen der Opfer, verleiht eine historische Wanderausstellung und unterstützt Angehörige bei der Familienforschung, die vermuten oder wissen, dass ein Familienmitglied in Grafeneck ermordet wurde.
„Tom Mutters hat 15 Jahre nach Ende der Naziherrschaft die Lebenshilfe gegründet, damit es nie wieder passiert, dass Menschen mit Behinderung das Recht auf Leben und Würde abgesprochen wird, weil sie eine wirtschaftliche Belastung für die Gemeinschaft darstellen. Daran zu erinnern, ist heute wichtiger denn je. Daher freue ich mich, die wertvolle Erinnerungsarbeit der Gedenkstätte Grafeneck als Mitglied des Beirats zu unterstützen“, sagt Michael Auen.
Als weitere Mitglieder wurden Richard Lallathin von der Diakonie Mosbach, Tanja Egeler-Stephan, Vertreterin der Opferangehörigen, Christian Hofmann aus dem Staatsarchiv Ludwigsburg, der Kulturwissenschaftler Martin Rexer aus Stuttgart sowie Gedenkstättenleiter Thomas Stöckle in den Beirat der Gedenkstätte gewählt.